Der Secondhand-Shop – eine der Nachhaltigkeitsmassnahmen am PraiseCamp18  – kam bei den Jugendlichen sehr gut an. (Bild: PraiseCamp18, Joel Schneider)

 

Das «PraiseCamp» soll nicht nur nachhaltige Spuren im Leben junger Menschen hinterlassen, sondern auch im gerechten und solidarischen Umgang mit den Mitmenschen sowie im Schutz der Schöpfung überzeugen. Der nun erschienene Nachhaltigkeitsbericht zum PraiseCamp 2018 zeigt, dass sich das umsichtige Handeln aller Beteiligten in Bereichen wie Einkauf, Verpflegung oder Sensibilisierung positiv ausgewirkt hat.

 

Nicht nur über christliche Werte und Glaubensthemen sprechen, sondern sie möglichst auch gleich umsetzen: Diese Philosophie beherzigen die Organisatoren des alle zwei Jahre stattfindenden Jugendcamps «PraiseCamp» auch in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit. Der Nachhaltigkeitsbericht über die letzte Austragung zum Jahreswechsel 2018/2019 mit rund 5800 Teilnehmenden kommt insgesamt zu einem positiven Fazit. In den Worten des SEA-Jugendbeauftragten Andi Bachmann-Roth, am PraiseCamp unter anderem für die Nachhaltigkeit verantwortlich: «Der Erfolg beruht nicht so sehr auf gezielten Kampagnen, als vielmehr auf dem verantwortungsvollen Handeln der über 800 Helferinnen und Helfer. Ob Reinigung, Essensausgabe oder Sanität – überall wurde rücksichtsvoll und ressourcenschonend gearbeitet. Ich freue mich, wie sehr die Beteiligten viele Nachhaltigkeitsthemen verinnerlicht haben.»

 

Im PraiseCamp18 standen die Themen Bildung, CO2-Bilanz und Einkauf im Fokus der Nachhaltigkeit. Der erstmals angebotene Secondhand-Shop sensibilisierte und animierte die Jugendlichen zu einem nachhaltigen Konsumverhalten. «Sie haben diese Idee begeistert aufgenommen. Ein nachhaltiger Lebensstil ist nicht nur das Anliegen einer Randgruppe, sondern für viele Jugendliche attraktiv. Dank dem starken Mitmach-Projekt fanden Tausende von gebrauchten Kleidungsstücken neue Besitzerinnen und Besitzer», bilanziert Andi Bachmann-Roth. Die interaktive Erlebniswelt «MoveNow» erwies sich als ebenso wertvolles Bildungsangebot, indem sie die Jugendlichen mit Rollenspielen in Lebenssituationen sozial benachteiligter Menschen versetzte.

 

Mit Blick auf die CO2-Bilanz ist besonders erfreulich, dass die Flüge im Vergleich zur Austragung 2016 deutlich reduziert werden konnten. Die Verpflegung hatte mit Abstand den grössten Einfluss auf die CO2-Emissionen, obwohl sie bewusst fleischarm war und auf die Vermeidung von Essensresten geachtet wurde. Die durch Mobilität, Verpflegung und Infrastruktur verursachten CO2-Emissionen wurden mit einer Zahlung an ein Recyclingprojekt in Benin teilweise ausgeglichen. Im Einkauf wirkte sich positiv aus, dass relativ wenig Material eigens für das PraiseCamp angeschafft wurde.

 

Weitere Optimierungen sind bereits angedacht

Verbesserungspotenzial ortet der Bericht bei der Kommunikation: Um einen zusätzlichen Sensibilisierungseffekt zu erzielen, sollten die getroffenen Massnahmen den Teilnehmenden vermehrt ins Bewusstsein gebracht werden. Zudem könnte Nachhaltigkeit noch stärker inhaltlich als Thema im Programm der Veranstaltung verankert werden. Die Zahlen zum PraiseCamp18 zeigen überdies, dass ein persönlicher Beitrag von nur gerade CHF 2.30 pro Person gereicht hätte, um die nicht vermeidbaren CO2-Emissionen vollumfänglich zu kompensieren. Auch dies eine Option für die Zukunft.